Ruby Blue

Die Gruppe Ruby Blue war für Rebecca Pidgeon eine Möglichkeit sich selbst zu finden und auszuprobieren; sie war also bedeutend für ihre Karriere.

Doch wer war Ruby Blue eigentlich? Welche Künstler bildeten diese Formation, wo kamen sie her und wer spielte welche Instrumente?

Diese Fragen möchte ich auf dieser Seite beantworten, um zu zeigen, dass nicht nur Rebecca Pidgeon die Gruppe Ruby Blue voran getrieben hat. Außerdem findet sich hier auch die komplette Diskographie von Ruby Blue.
Da ich jedoch leider nur wenig Informationsquellen über Ruby Blue finden konnte, stammen die meisten meiner Informationen von dieser, inzwischen leider verwaisten Seite http://www.geocities.com/SunsetStrip/Amphitheatre/3834/rbindex.html. Ich habe von der Seite einen Mirror angelegt.

Bandmitglieder

Die Entstehung der Band „Ruby Blue“

Während Rebecca Pidgeon an der Royal Academy of Dramatic Arts studierte, lernte sie Roger Fife kennen, der sie bat auf seinen Demotapes zu seinen Songs zu singen. So entstand im Herbst 1986 die Formation „R’n’R“ (Rebecca & Roger) unter dessen Namen sie ihre Demotapes an verschiedene Majorlabels schickten.

Das Londoner Independentlabel „Red Flame Records“ von Dave Kitson sah das Talent der beiden und begann 1987 damit, mit dem Team bestehend aus Alec Kane (Musik, Gitarre), George Jeffrey (Schlagzeug, Piccoloflöte), Martin Pavey (Slide-Gitarre) und Vikas (Piano) das erste Album der beiden einzuspielen.

Sie benannten sich zu dem Zeitpunkt auf Anregung von Kitson in „Ruby Blue“ um.
Die erste Single, „Give Us Our Flag Back“, wurde im Juni 1987 veröffentlicht und schon zwei Monate später, im August wurde in den Livingston Studios die B-Seite zur zweiten Single „So Unlike Me“ aufgezeichnet und im September veröffentlicht. Mitgewirkt haben hier Anthony Coote (Bass, Gitarre, Musik, Gesang, DOB, k), Mathew Pidgeon (Gitarre), Roberta Peters (Piccoloflöte) und Jonathan Cooper (Klarinette).

Am 19. Oktober 1987 erscheint endlich das Album „Glances Askances„, welches komplett von „Red Flame“ finanziert wurde und seinerzeit nur etwa £ 3.000,- (ca. € 2.500,-) kostete. Im März 1988 erscheint die dritte Singleauskopplung „Because“ und gegen Jahresende die vierte Single „Bloomsbury Blue“. Anthony Coote, der über eine Anzeige im Musikermagazin „Melody Maker“ zu Ruby Blue kam, gilt als gesetzt für die Truppe und es stößt Erika Spotswood (Gesang), eine Kommilitonin von Rebecca, als weitere Sängerin hinzu.
Überdies partizipieren auch Paul Tilley (Schlagzeug) und Martin Lister (k) kurzzeitig an dem Projekt.
Im Februar 1989 erscheint die letzte Singleauskopplung „Stand Together“.

Der Weg zum Label „Fontana“

Zusammen mit Alec Kane, Paul Tilley, Chris Buck (Schlagzeug), Stuart Hall (Geige) und Carlos Edwards (Piccoloflöte) spielt Ruby Blue den neuen Song „Stand Together“ ein.
Im April 1989 spielen Ruby Blue mit Chris Buck am Schlagzeug in der Radioshow von Andy Kershaw beim Sender „Radio 1“ ihre neuen Songs „Take Your Money“, „Not Alone“, „Somebody Say Something“ und „The Song Of The Mermaid“.
Aufgrund ihres großen Erfolgs wechselt die Band im Sommer 1989 zum größeren Label „Fontana“ und sie nehmen in den Master Rock Studios zusammen mit dem Tontechniker und Co-Produzenten Tony Phillips einen Haufen neuer Stücke auf.
Mit im Team sind alte Freunde wie Chris Buck (Schlagzeug), Carlos Edwards (Piccoloflöte) und als neue Studiomusiker treten Steve Wickham (Geige), Gavyn Wright (Geige), Graham Henderson (Piano, Akkordeon) und Wilf Gibson (Geige, Orgel) auf.

David Mamet

1989 ist auch das Jahr in dem Rebecca ihren ersten großen Theaterauftritt im National Theatre in London in der Hauptrolle von David Mamets Stück „Speed the plow“ hat. David Mamet flog nach London um die Produktion seines Stückes zu betreuen und lernte Rebecca zwangsläufig kennen. Sie kamen sich schnell näher und eine Beziehung entstand, obwohl David zu dem Zeitpunkt noch mit seiner ersten Frau Lindsay Crouse verheiratet war.
David Mamet fing an für Ruby Blue Songs zu schreiben. So war er an „Primitive Man“ und „Epitaph“ beteiligt.

Zahlreiche Liveauftritte verhalfen zu Popularität

Ende des Jahres befand sich die Band auf ihrem Höhepunkt und hatte zwei Gastauftritte bei Konzerten von Lyle Lovett und begleitete 1990 mit Carlos Edwards am Schlagzeug John Martyn auf seiner Tournee.
Am 2. März 1990 trat Ruby Blue als Vorband von Van Morrison auf seinem vom Kanal 4 aufgezeichneten „Rock Steady“-Konzert in der St. George’s Hall in Bristol auf. Außerdem waren sie Vorband von Martin Stephenson & The Daintees.
Am 18. Mai spielt Ruby Blue drei brandneue Lieder, „Grandmother“, „You Need Me There“ und „Seven Hours“ ein, die etwa vier Jahre später zu den bedeutendsten Stücken in Rebecca Pidgeons Solokarriere werden sollten.

Im Juni treten Sie in der Radioshow von Bob Harris (BBC) auf und knapp einen Monat später, am 25. Juli, überträgt die BBC Aufführungen der neuen Songs „Primitive Man“, „The Traveller“, „Betty’s Last Letter“ und „Seven Hours“.

Im August 1990 tritt Ruby Blue im Programm von Nicky Campbell bei Radio 1 auf (mit Pascal Consoli anstelle von Chris Buck), in denen sie „Can It Be“, „Take Your Money“, „Gone Wrong“ und „Bloomsbury Blue“ spielen.

Einen Monat später erscheint das Album „Down From Above“ von dem sie binnen vier Wochen über 10.000 Exemplare verkaufen.
Da Rebecca jedoch weiterhin zweigleisig fährt und als Schauspielerin bereits weitere Auftritte in „The Dawning“ und zusammen mit Anthony Hopkins in „The Irish“ hatte, verlässt sie im Spätsommer des Jahres 1990 die Band und wandert zusammen mit David Mamet in die vereinigten Staaten aus.
Anthony Coote folgt wenig später und beide haben eine kleine Rolle in David Mamets Stück „Homicide“.

Die Rückkehr zu „Red Flame“

Die Quittung für die übereilte Abkehr von Ruby Blue folgte prompt: Fontana gab Ruby Blue wieder in die Hände von David Kitsons Label „Red Flame“ zurück, bei dem 1991 die Single „I Feel Good Now“ erschien.
Roger Fife und Erika Spotswood versuchen die Band am Leben zu erhalten und orientieren sich dazu am aktuellen Pop-Trend und nicht mehr an den bisherigen Folkeinflüssen. Sie nehmen die Stücke „Bless You“, „Beyond Us“, „Too Far“, „High ’n‘ Low“ und „Strenght Of Mind“ erfrischend neu auf und spielen sie zusammen mit Pscal Consoli (Schlagzeug), Chris Tait (Bass), Justin Curtis (k) und Roger Askew unter Produktion von Tony Phillips ausschließlich auf Kassette ein und veröffentlichen die Songs im MailOrder-Vertrieb 1992 als Album „Paradise“.

Im Sommer 1991 treten sie auf dem Cambridge-Festival auf und von da an vergehen knapp zwei Jahre, bis das Album „Almost Naked“ erscheint. Zuvor erscheint unter dem Label „Red Flame“ noch das Album „Broken Water“, welches eine Auswahl von Songmaterialien aus den alten Tagen, der Zeit von 1987 bis 1989 darstellt und hauptsächlich aus Demoaufnahmen von REbecca und Roger besteht.

Es geht weiter

Für die Aufnahmen zu „Almost Naked“ arbeiten Erika Spotswood und Roger Fife mit Ali Staton (Schlagzeug, Hintergrundgesang), John Green (k, Arrangement, Gesang), Andrew Smith (Gitarre) und Sarah Brown (Gesang) zusammen. Das Album erscheint 1993 und besonders die Songs „Strength Of Mind“ und „Done My Thinking“ werden populär, weshalb diese zusammen mit „Magnificient Truth“ als Single unter dem Titel „Done My Thinking“ ausgekoppelt werden.

Ruby Blue zerbricht endgültig

Zwischen 1993 und 1994 zerbricht die Band Ruby Blue, Erika Spotswood hält sich die meiste Zeit in den USA auf um an ihrer Schauspielerkarriere zu arbeiten und „Red Flame“ stellt die Zusammenarbeit ein.
Lediglich 1995 folgen noch einige kleinere Auftritte in englischen Folks-Clubs.

Diskografie

  1. 1987: Album „Glances Askances„, Red Flame (CD RF53, CD RFCD2)
    1. 1987: Single „Give Us Our Flag Back“, Red Flame (7″/MC/12″/CD RF753)
    2. 1987: Single „So Unlike Me“, Red Flame (7″ RF756, 12″ RF1256)
    3. 1988: Single „Because“, Red Flame (7″ RF757, 12″ RF1257)
    4. 1988: Single „Bloomsbury Blue“, Red Flame (7″ RF759, 12″ RF1259)
    5. 1989: Single „Stand Together, Red Flame (7″ RF7629, 12″ RF1262)
  2. 1990: Album „Down From Above„, Fontana (CD/LP/MC 842568)
    1. 1990: Single „The Quiet Mind (for Joe)“, Fontana (7″ RB1, CD RBCD1, CD RB112, 12″ RBDJ112)
    2. 1990: Single „Primitive Man“, Fontana (7″ RB2, CD RBCD2, 12″ RB212)
    3. 1990: Single „Can It Be“, Fontana (7″ RB3, CD RBCD3, 12″ RB312)
  3. 1991: Single „I Feel Good Now“, Red Flame
  4. 1992: Album „Paradise“, Red Flame (MC TAPE2, CD REPRO1)
  5. 1992: Album „Broken Water“, Red Flame (CD RFCD5)
  6. 1993: Album „Almost Naked“, Red Flame (CD RFCD6/RFSCD63, 7″ RF763, 12″ RF1263)
    1. 1993: Single „Done My Thinking“, Red Flame (CD RFCD64)